Bootskauf

Vor dem Bootskauf sollten Sie alle Kosten berücksichtigen und ein entsprechendes Budget erstellen. Dies schützt Sie vor finanziellen Engpässen und verminderter Freude an Ihrem Boot.

Neu oder Occasion

Diese erste und wichtigste Entscheidung hängt direkt von Ihrem Budget ab. Bei einem neuen Boot entfällt die Überprüfung auf Mängel oder Beschädigungen. Zudem erhalten Sie alle Dokumente direkt vom Verkäufer. Bei einem Occasionsboot profitieren Sie von einer hohen Abschreibung in den ersten 3 Jahren.

Kaufpreis bei neuen Booten

Bei einem neuen Boot dreht sich alles um den Kaufpreis. Oft neigt man dazu ein möglichst grosses Boot zu kaufen. Dabei wird dann der tatsächliche Kaufpreis unterschätzt. Dies liegt in erster Linie daran, dass im Katalogpreis die übliche Standardausrüstung nicht enthalten ist. Also fallen zusätzliche Kosten für die gewünschte Ausrüstung an. Zum Schluss stellt sich dann ein Kaufpreis heraus der weit über dem des Katalogpreises liegt.

Von einem solchen Kauf raten wir Ihnen dringend ab, da dies unter Umständen zu einer zu grossen finanziellen Belastung führen kann. Ziehen Sie deshalb gleich zu Beginn 25 % von der Ihnen zur Verfügung stehenden Summe für die Ausrüstung ab. Betrachten Sie das verbleibende Kapital als mögliche Kaufpreissumme. Dies ermöglicht Ihnen problemlos das Boot mit der gewünschten Ausrüstung auszustatten.

Kaufpreis bei Occasionen

Bei einem Occasionsboot kommen keine zusätzlichen Kosten für die Ausrüstung dazu. Im Inserat wird der Kaufpreis für ein Gebrauchtboot mit dem bereits vorhandenen Zubehör angeboten. Einzig ein Trailer könnte eine zusätzliche Investition bedeuten.

Der Preis für eine Occasion liegt nach etwa 3 Jahren 20-25% unter dem Neupreis. Dies gilt allerdings nur, wenn der Neupreis in der Zwischenzeit nicht erhöht wurde. Trotzdem führt der Kauf eines Gebrauchtbootes zu einer merklichen Einsparung. Allerdings muss das Boot genau auf vorhandene Mängel überprüft werden.

Wann sollte bei Ihnen beim Kauf von Privat die Alarmglocken läuten?

  • der Verkaufspreis liegt deutlich unter dem Marktwert
  • die Bootspapiere liegen nicht im Original vor
  • vom Verkäufer haben Sie nur eine Handy Nummer
  • der Verkäufer kann keinen Kaufvertrag vorlegen
  • das Boot wird zu Ihnen gebracht
  • das Boot muss bar bezahlt werden
  • die Rumpfnummer fehlt oder ist nicht einwandfrei lesbar
  • der Verkäufer kann Ihnen auch ein anderes Boot anbieten

Bootscheck bei Occasionen

Steht das Boot auf einem Trailer oder im Trockenen, so kann der Rumpf erst einmal begutachtet werden. Machen Sie auf jeden Fall später eine Probefahrt mit dem Boot. Handelt es sich um Ihren ersten Kauf eines gebrauchten Bootes, so nehmen Sie einen Fachmann oder Berater mit zur Besichtigung. Die Prüfung des Bootes, sowie der entsprechenden Dokumente erfordert ein wenig Fachwissen.

Prüfen Sie die Funktionstüchtigkeit des Bootes bei einer Testfahrt:

  • Motorencheck
  • Getriebecheck
  • Pumpen Funktion
  • Heck-/Bugstrahler prüfen
  • Aggregate testen
  • Beleuchtung Funktionscheck
  • Wassersystem prüfen
  • Gassystem testen
  • Radar, GPS, Radio Funktionskontrolle
  • Elektrik und Elektronik überprüfen


Bei grossen Yachten entstehen durch einen Bootscheck bestimmte Kosten. Vereinbaren Sie mit dem Eigner bereits vor der Probefahrt eine allfällige Kostenteilung. Eine faire Lösung kann zum Beispiel so lauten, dass der Eigner die gesamten Kosten trägt, falls Sie das Schiff kaufen. Lehnen Sie einen Kauf ab, so müssen Sie die Kosten übernehmen.

Mängel bei gebrauchten Booten

Stellen Sie Mängel beim Bootscheck fest, so gilt es mit dem Eigentümer das Gespräch zu suchen. Bei Mängeln die repariert werden sollten, kann der Eigner die Reparatur in Auftrag geben oder einen Abzug bei dem Kaufpreis zulassen. Handelt es sich bei den Mängeln lediglich um Abnützungsspuren und Kratzer, so kann der Eigentümer einen Nachlass im Preis gewähren. Es besteht jedoch keine Verpflichtung für dieses Entgegenkommen.

Dokumente

Wichtig sind bei einem eingelösten Boot der Schiffsausweis (Schweiz). Für den Motor erhalten Sie das Abgaswartungsdokument. Für das Boot und den Motor wird je ein Handbuch abgegeben. Ganz wichtig die CE-Zertifizierung, die für Sportboote in der EU Pflicht sind. Verlangen Sie auch die Konzessionen für Funkanlagen. Nicht alle Funkanlagen sind in der Schweiz genehmigt.

Überprüfen Sie bei einem gebrauchten Bootskauf die Unterlagen. Die Rumpfnummer HIN / CIN in den Dokumenten muss mit der Nummer am Heck (Spiegel oder Transom) übereinstimmen. Ebenfalls muss für den Motor die Motorennummer übereinstimmen.

Liegeplatz

Dem Liegeplatz kommt beim Bootskauf eine zentrale Bedeutung zu. Erwerben Sie ein Boot vom Eigner oder von einer Bootswerft, so fragen Sie noch vor dem Kauf, ob Sie einen Bootsplatz übernehmen können. Bootswerften bieten mit dem Verkauf oft noch einen Liegeplatz an. Dies liegt natürlich im Interesse der Werft, um neue Kunden zu gewinnen. Beim Kauf von Privat ist dies jedoch unterschiedlich.

Boote im Ausland

Vorsicht beim Kauf von gebrauchten Booten in- und ausserhalb der EU. Bootshändler (Broker) bieten auch Boote zum Kauf von Dritten im Ausland an. Erkundigen Sie sich genau wer der Bootseigner ist und wo sich das Boot befindet. Klären Sie vorgängig einige Details ab. Spätestens beim Kaufvertrag liegen Ihnen diese Daten vor.

  1. Gibt es Rechte Dritter (Miteigner oder Bank)
  2. Besteht eine Zulassung / Registrierung
  3. Besitzt der Verkäufer die originalen Bootspapiere
  4. Wie lange besass der Verkäufer das Boot
  5. Wie ist der Zustand des Bootes
  6. MwSt / EU Versteuert


Lassen Sie sich beim Bootskauf keinesfalls drängen! Nehmen Sie sich genügen Zeit, um alle Punkte genau zu prüfen. Kaufen Sie zum ersten Mal ein Boot, so stellt eine Checkliste eine wichtige Grundlage dar. Arbeiten Sie sich Punkt für Punkt durch und entscheiden Sie am Schluss, ob das Boot für Sie in Frage kommt.